Frühsommertouren im Pitztal – Und los geht’s!

Während am Pitztaler Gletscher die letzte Skiwoche der Saison läuft und Wintersportler noch bis Muttertag am 11. Mai Naturschnee auf breiten Gletscherpisten genießen können, steht der Sommer und damit die Wandersaison in Tirol schon voll in den Startlöchern.Kaunergrathuette, Kaunergrat, Oetztaler Alpen, Tirol, Oesterreich.

Dank den überdurchschnittlichen warmen Frühjahrstemperaturen in Tirol und den ohnehin nicht übermäßigen Schneemengen im heurigen Winter, sind einige Hüttenzustiege und Gipfel im Pitztal bereits schneefrei und laden zu Frühsommer-Wanderungen und zum Krafttanken in der ruhigen Zwischensaison ein.

Gute Planung sichert tolles Bergerlebnis

Dennoch sollte man einige Dinge beachten, wenn man sich in die Berge begibt. Zunächst steht immer eine gute Tourenplanung im Vordergrund.

  • Gute Tourenplanung beginnt bereits daheim mit dem Sammeln von Informationen über die Gegebenheiten vor Ort. Mittels Internet, Fachliteratur oder den Informationsstellen des Tourismusverbands und Alpenvereins kann man sich vorab einen guten Überblick über die Tour verschaffen.
  • Informationen weitergeben: Egal ob man alleine oder im Team aufbricht, unbedingt sollte man eine Nachricht zurücklassen, wohin man geht und wann man plant zurückzukommen. Am besten informiert ihr eure Familie, Freunde oder Unterkunftgeber, damit im Falle eines Falles zielgerichtet gesucht werden kann oder etwaige Fehlalarme vermieden werden können.
  • Körperliche Verfassung: Gerade am Anfang der Wandersaison solltet ihr eure körperliche Leistungsfähigkeit nicht überschätzen. Nach einem langen Winter, wo der eine oder andere vielleicht doch nicht so viel trainiert hat, wie geplant, sollte man den Umfang der ersten Sommertouren nicht übertreiben. Auch ist es normal, dass man sich wieder an das Gehen in unwegsamem Gelände, auf Steigen und Pfaden, gewöhnen muss. Daher ist es besser, am Anfang technisch leichte Touren zum Eingehen zu wählen.
  • Wetter: Elementar bei der Tourenplanung ist natürlich das Einholen des Wetterberichts. Sehr gute (Berg-)wettervorhersagen für das Pitztal findet ihr auf der Website der ZAMG Innsbruck. Vergesst nicht, dass im Hochgebirge das Wetter schnell umschlagen kann und besonders im Sommer Gewitter eine Gefahr darstellen. Zieht ein Gewitter auf, runter in die Flanken, weg vom Gipfel, weg von Gipfelkreuz, Klettersteige im rechten Winkel verlassen. Falls nicht anders möglich, auf den Boden hocken, Beine anziehen, isolierende Unterlage drunter und Biwaksack darüber.
  • Zeiteinteilung: Immer wieder geraten Wanderer in gefährliche Situationen, weil die Zeiteinteilung nicht passt. Plant eure Tour so, dass ihr auf jeden Fall vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Tal seid, sofern keine Übernachtung auf einer Hütte geplant ist. Außerdem muss immer ein geeigneter Zeitpuffer eingeplant werden, so dass man bei Zwischenfällen, rechtzeitig umkehren kann. Dabei gilt es Zeitaufwand, Gelände, Kondition und Lust der Teilnehmer zu beachten! Immer nach dem Schwächsten richten!
  • Faustregel zur Gehzeitberechnung: 300 m/Std. bergauf oder 500 m/Std. bergab, zuzüglich 1/2 Std. je 4 km Horizontalentfernung. Aber Achtung, dies ist nur ein grober Anhaltspunkt. Jeder Wanderer geht anders.
  • Ausrüstung / Bekleidung: Am Anfang der Sommersaison heißt es natürlich auch, die Ausrüstung auf ihre Funktionstauglichkeit zu überprüfen. Nicht selten löst sich bei einem schlecht im Winter gelagerten Wanderschuh mitten auf der Tour die Sohle oder beim topmodernen GPS-Gerät sind die Batterien nach kurzer Zeit leer – hoffentlich hat man dann nicht auf die Karte verzichtet! Eine der Jahreszeit angepasste Ausrüstung (Rucksack, Bergschuhe mit Profilsohle, Anorak (wasserfest), Fleece, Mütze, Handschuhe Sonnenbrille, Sonnenschutz, Tagesproviant und Trinken, Wanderstöcke empfohlen) sind Grundlage für eine sichere und unbeschwerte Tour in den Bergen.
  • Schutzhütten: Die besten Auskünfte über die örtlichen Gegebenheiten können immer noch die Wirte und Wirtinnen der Schutzhütten geben. Auch das An- und Abmelden für Übernachtungen ist wichtig, da es zum Einen Planbarkeit für die Hütten ermöglicht, zum Anderen aber auch Missverständnissen und Fehlalarmen vorbeugt, sollte der Schlafplatz warum auch immer nicht in Anspruch genommen werden. Gerade im Frühsommer sind auch noch nicht alle Hütten geöffnet. Die aktuellen Öffnungszeiten der Hütten und Almen im Pitztal findet ihr hier.
  • Auf den Wegen bleiben: Tut euch und der Natur einen Gefallen und bleibt auf den markierten Wegen. Wegabschneider zerstören Pflanzen und erschrecken das Wild, das nach einem langen Winter noch nicht bei voller Kraft ist und jede Flucht lebensgefährlich für die Tiere sein kann.
  • Bergrettung: Notruf der Bergrettung Tirol = 140. Am besten gleich ins Handy einspeichern. P.S. der Notruf funktioniert auch, wenn ihre keinen Empfang habt: Handy ausschalten, wieder einschalten und Notruftaste wählen.

Sommer_2011_046Wanderszene am Gemeindekopf, Geigenkamm, Oetztaler Alpen, Tirol, Oesterreich.Besonderheiten bei Touren im Frühsommer

Der Frühsommer hat seine ganz besonderen Reize als Tourenzeit. Noch sind die Hütten und Wege nicht überfüllt, die Natur erwacht in voller Kraft aus der Winterruhe und der Wanderer erfreut sich an saftig grünen Wiesen im Tal und noch schneeweißen Gipfeln oben am Berg. Auch wenn einige dieser Gipfel schon ihre Winterbedeckung abgelegt haben, so lauert doch häufig in schattigen Mulden noch überraschend viel Schnee. Durch die kalten Temperaturen in der Nacht – besonders nach klaren Nächten – verwandelt sich dieser Schnee in eine sehr glatte und eisige Fläche. Ausrutschen und Abgleiten sind hier die Gefahren und Abschürfungen noch die glimpflichsten Folgen. Auch wenn die Schneedecke nicht gefriert über Nacht, ist sie teils unangenehm zu begehen. Einsinken im tiefen Schnee, nasse Füße und Zeitverlust sind die unangenehmen Begleiterscheinungen.

Ungetrübtes Bergerlebnis dank richtiger Ausrüstung und angemessenem Verhalten 

  • Passendes Schuhwerk mit harter, steifer Sohle
  • Gamaschen
  • Eventuell Pickel und (Leicht-)Steigeisen / Grödel
  • Richtige Gehtechnik
  • Fernhalten vom Rand der Schneefelder und eingelagerten Felsen – hier ist die Schneedecke häufig durch die Wärmeabstrahlung der Felsen dünner und man kann leichter Einbrechen. Sprünge vermeiden, vorsichtig und vorausschauend gehen.
  • Langärmlige Bekleidung ist zu empfehlen um Abschürfungen beim Ausgleiten auf Schneefeldern vorzubeugen. Ausreichender Sonnenschutz ist im Hochgebirge unbedingt anzuraten, vor allem wenn ihr größere Schneefelder begeht.

Kulinarik1@TVB PitztalWenn man also ein paar Dinge beachtet, steht einem tollen Start in die Sommersaison in den Pitztaler Bergen nichts im Wege.

Warum nicht ein langes Mai-Wochenende im Pitztal verbringen und die Sommerfrische der Berge genießen? Nutzt die attraktiven Zwischensaisonpreise der Vermieter und informiert euch beim Tourismusverband Pitztal.

 

Vormerken: der nächste Blog mit Insider-Tourentipps für Frühsommertouren im Pitztal folgt in Kürze!

Viel Spaß in den Bergen wünscht euch

Alexander

Pitztal-Team

 

Lehner Joch

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